Trauerfachtagung 2004
Rückblick auf die 
5. Kaarster Trauerfachtagung 2004
vom 20. November 2004,
im Neuen Rathaus, Kaarst 
Die Trauerfachtagung stand unter dem Thema:
Welche
Kompetenzen
benötigen
Trauerbegleiter?

Der vollbesetzte Bürgersaal des Kaarster Rathauses.

Das Programm für die Trauerfachtagung, die unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück stand:

Vormittag
09.00 Uhr Entgegennahme der Tagungsunterlagen
09.30 Uhr Begrüßung
Die Koordinatorin und Leiterin des Hospizbüros Andrea Lißke begrüßt die Referentin Dr. Daniela Tausch-Flammer (re.) im Foyer. Ganz links die Vorsitzende der Hospizbewegung Hildegard Kallen.

10.00 Uhr

 

Durch die Tiefen der Trauer - was hilft mir selber bei der Begleitung
Ref.: Dr. Daniela Tausch-Flammer
Dipl. Psychologin, Bremen
11.00 Uhr Austausch und
Diskussion im Plenum
Angeregte Gespräche unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung. 
12.00 Uhr Mittagspause

Die Vorsitzende der Hospizbewegung Hildegard Kallen spricht die Grußworte (rechts). Dr. Rurik von Antropoff von der Hospizbewegung moderiert. 

Nachmittag

13.30 Uhr Schwerpunkte

A

 

Vom Umgang mit der eigenen Belastung in der Trauerbegleitung
Ref.: Hermann Josef Leiders
Supervisor, Krefeld

 

B

 

Sinnkompetenz – dem Sterben Sinn geben
Ref.: Heribert Fischedick
Psychotherapeut, Krefeld

C

 

Die Rolle der Spiritualität des Trauerbegleiters
Pfr. Dr. Hermann-Josef Reuther
Psychoanalytiker, leitender Seelsorger für Menschen mit Hörschädigungen insbesondere Gehörlose im 
Erzbistum Köln,
Pfarrer an der Romanischen Kirche St. Georg in Köln.
Mit freundlicher Unterstützung
familienforum edith stein, Neuss
16.30 Uhr Stehkaffee
Gelegenheit zum Austausch
17.15 Uhr Tagungsende

Während der Tagung gibt es den  „Büchertisch“ der Buchhandlung am Maubishof, Kaarst

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Kaarst! 

Über die 4. Kaarster Trauertagung berichtete die Neuß-Grevenbroicher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 22. November 2004:
Auch Trauerbegleiter müssen Verlustängste zulassen
VON BETTINA HOLLECZEK

RHEIN-KREIS NEUSS Durch die Tiefen der Trauer gehen nicht nur Angehörige, die einen geliebten Menschen verloren haben. Trauer- und Sterbebegleiter brauchen selbst immer wieder Phasen der Reflexion, um erfolgreich ihre verantwortungsvolle Arbeit im Dienste der Gesellschaft leisten zu können.

So richtete die Hospizbewegung Kaarst e. V. (HBK) am vergangenen Samstag im Rahmen ihrer „5. Kaarster Trauertagung" den Blick auf die Frage: „Welche Kompetenzen benötigen Trauerbegleiter?" Der Schirmherr der Tagung, NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück, dankte in seinem Grußwort den ehrenamtlichen Kräften der Hospizbewegung für ihre „wirklich unverzichtbare Arbeit". „Wir hoffen, dass Sie von unserer Trauertagung einen großen Erfahrungsschatz mit nach Hause nehmen", wünschte die HBK-Vorsitzende Hildegard Kallen den Teilnehmern.

Der Kaarster Bürgermeister Franz-Josef Moormann betonte in seinem, von ihr verlesenen Grußwort: „Dulden, Begleiten und Stützen sind die gelebte Menschlichkeit, die wir so dringend brauchen." Dennoch dürfe sich niemand selbst überfordern bei der Begleitung Trauernder, mahnte die Bremer Diplom-Psychologin, Buchautorin und langjährige Leiterin des Stuttgarter Hospiz-Dienstes Dr. Daniela Tausch-Flammer vor rund 120 Zuhörern im Kaarster Bürgerhaus.

Moderator Dr. Rurik von Antropoff hatte zuvor den Wunsch des Plenums nach Impulsen zur Erweiterung der Kompetenz für die Begleitung Trauernder angesprochen. Dr. Daniela Tausch-Flammer erklärte, die Basis für eine gute Trauerbegleitung sei, sich der eigenen Trauer, der eigenen Verlustängste zu stellen. „Wenn wir uns selbst die existenziellen Fragen beantwortet haben, geben uns diese Antworten Kraft, Sicherheit und Vertrauen in die Heilung - das spürt dann auch der Trauernde, wenn wir ihn begleiten", so die Referentin.

Die Diplom-Psychologin zeigte auf, für Trauerbegleiter seien die regelmäßige Fortbildung und Supervision ebenso wichtig, wie das Auftanken von Energie im liebevollen Umgang mit Familie, Freunden und der Natur, wie Zeit für Tränen, sportliche Betätigung zur Erhöhung der Stressresistenz, aber auch alles, was die Lebensfreude stärke. Ihre Ausführungen gipfelten in einem angeregten Erfahrungsaustausch. Gegenüber HBK-Koordinatorin Andrea Lißke erklärte Dr. Tausch-Flammer: „Es war eine sehr lebendige Diskussion, in der die Professionalität der Teilnehmer spürbar wurde."

Ebenso intensiv gestaltete sich am Nachmittag die Arbeit in drei Workshops. Der Supervisor Hermann Josef Leiders regte die Teilnehmer an, sich mit ihren eigenen Verhaltensmustern zu beschäftigen und dabei herauszufinden, was ihnen helfen könne, die Arbeit als Trauerbegleiter noch besser zu bewältigen. Der Theologe und Psychotherapeut Heribert Fischedick erörterte Fragen nach dem Sinn von Leben und Sterben und stellte Sinnangebote aus der Mythologie zur Diskussion.

Der Priester und Psychoanalytiker Dr. Hermann-Josef Reuther lenkte den Blick auf den Umgang mit eigenen Lebenskrisen und auf die Bedeutung der Spiritualität von Trauerbegleitern für ihre Arbeit. Sein daraus gewonnenes Fazit: „Je besser ich mich kenne, desto weniger muss ich meine Probleme beim Anderen lösen."

 

Zum angeregten Erfahrungsaustausch entwickelte sich die „5. Kaarster Trauertagung" mit (von links): Hermann-Josef Leiders, Heribert Fischedick (hinten), Dr. Daniela Tausch-Flammer, HBK-Koordinatorin Andrea Lißke, der HBK-Vorsitzenden Hildegard Kallen und Moderator Dr. Rurik von Antropoff (vorne). 

NGZ-FOTO: L. BERNS

Mit freundlicher Genehmigung der Neuß-Grevenbroicher Zeitung

 

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